Das Ende einer Ära –und der Beginn eines neuen Kapitels

Geschrieben am 26.06.2026
von Adina


 

Manche Saisons werden durch Titel in Erinnerung bleiben. Andere durch besondere Spiele. Und dann gibt es Spielzeiten wie diese – geprägt von Abschieden, Emotionen und Momenten, die uns noch lange begleiten werden.

Die vergangenen Wochen und Monate waren für uns alle turbulent. Kaum jemand hätte gedacht, welche Entwicklungen auf uns zukommen würden, als wir uns mit dem Bulli auf den Weg zum Auswärtsspiel nach München machten. Wieder einmal hatte der DFB eine mehr als unglückliche Anstoßzeit gewählt. Das Spiel und Endergebnis selbst ist uns allen noch in Erinnerung.

Nach den über die gesamte Saison hinweg geführten Protesten – Alle vereint – gemeinsam gegen Montagsspiele – begann die Partie mit dem symbolischen Schweigen der ersten 14 Minuten. Eine Minute für jeden Bundesligisten. Die Frauen des VfL gingen danach schnell mit 1:0 in Führung. Am Ende stand dennoch eine Niederlage auf der Anzeigetafel. Und spätestens an diesem Tag wurde vielen bewusst: Der Rest der Saison würde alles andere als einfach werden.

Auf einem Rastplatz auf dem Heimweg erreichte uns dann die nächste Nachricht, die einschlug wie ein Blitz. Über die sozialen Medien wurde bekannt gegeben, dass Ralf Kellermann den VfL Wolfsburg zum Saisonende verlassen wird.

Der Erfolgstrainer, Architekt zahlreicher Titel und zuletzt Direktor Frauenfußball, hatte seine Entscheidung der Mannschaft bereits nach dem Spiel in München mitgeteilt.

Mit einem Schlag standen zahlreiche Fragen im Raum. Wie geht es weiter? Wer übernimmt die Verantwortung? Wer plant den Kader für die kommende Saison? Mehrere Verträge liefen aus, die Zukunft war ungewiss. Die Gedanken vieler Fans überschlugen sich.

Doch es sollte nicht die letzte Hiobsbotschaft bleiben.

Im März folgte die Nachricht, die wohl niemand wirklich hören wollte. Alex Popp verkündete in einem emotionalen Video ihren Abschied. Einen Tag später traf sie noch einmal für unsere Farben, ehe sie sich im darauffolgenden Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim verletzte.

Plötzlich stand sogar die Sorge im Raum, dass ihre aktive Zeit im VfL-Trikot vorzeitig beendet sein könnte. Zum Pokalfinale meldete sie sich wieder gesund zurück.

Mit ihrem Wechsel erfüllt sich Alex ihren Kindheitstraum und schließt sich Borussia Dortmund an. Nur wenige Tage zuvor war bekannt geworden, dass auch Ralf Kellermann diesen Weg gehen wird. Ein Verein, der aktuell noch in der Regionalliga spielt, gewinnt damit zwei der prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Frauenfußballs.

Spätestens jetzt liefen die Planungen in der Fanszene auf Hochtouren.

Wie verabschiedet man eine Vereinslegende wie Poppi? Wie schafft man einen Rahmen, der 14 Jahre Leidenschaft, Einsatz und Identifikation würdigt? Gleichzeitig stand die Hoffnung auf ein Pokalfinale im Raum. Ideen wurden gesammelt, Spendengelder organisiert und Choreografien, die lange in den Köpfen existierten, endlich umgesetzt.

Und all das geschah mitten im Trubel von Champions-League-Viertelfinale, Pokalhalbfinale und dem emotionalen Saisonendspurt.



Als dann feststand, dass die Verabschiedung nicht wie erwartet im AOK Stadion, sondern in der Volkswagen Arena stattfinden würde, wartete die nächste ungeplante Herausforderung.

Eine Choreografie in dieser Größenordnung stand definitiv nicht auf unserer Bingo-Karte. Doch wie so oft zeigte sich, was möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen.

Am Ende konnten wir Alex Popp genau den Abschied bereiten, den sie nach 14 Jahren im grün-weißen Trikot verdient hat.

Natürlich wäre die Geschichte mit einem Pokalsieg noch schöner gewesen. Doch auch ohne den ganz großen sportlichen Erfolg sind wir überzeugt: Es war ein würdiger, emotionaler und unvergesslicher Saisonabschluss.

Abschiede gehören zum Fußball dazu. Nach jeder Saison verlassen Spielerinnen, Trainer oder Verantwortliche den Verein. Doch jeder einzelne Mensch, der diesen Verein geprägt hat, verdient einen angemessenen Abschied.

Während der Verein seine offiziellen Verabschiedungen durchführte, war es uns als Fans wichtig, ebenfalls Danke zu sagen. Nach dem Abpfiff erhielt jede verabschiedete Spielerin ebenso wie unser scheidender Sportdirektor persönliche Worte aus der Kurve. Worte des Dankes, des Respekts und der Anerkennung für das Geleistete.

Nun gilt es, einen Schlussstrich unter diese emotionale Saison zu ziehen und mit Zuversicht in die Sommerpause zu gehen.

Neue Saison.
Neue Ziele.
Neue Sportdirektorin.

Eines wird sich jedoch niemals ändern:

Unsere Leidenschaft für diesen Verein. Unsere Treue zu den Farben. Unser unerschütterlicher Wille, die Frauen des VfL Wolfsburg zu unterstützen – unabhängig von Tabellenplätzen, Ergebnissen oder Personalentscheidungen.

Denn manche Dinge sind größer als einzelne Personen.

Einmal Wolfsburg. Immer Wolfsburg.